Pierre Carlet de Marivaux’s “Das Spiel von Liebe und Zufall” (Le Jeu de l’amour et du hasard) ist eine brillante Komödie, die Themen wie Liebe, Zufall und soziale Wahrnehmung auf humorvolle Weise erkundet. Das Stück spielt in Paris und dreht sich um die Charaktere Monsieur Orgon, seinen Sohn Mario, seine Tochter Silvia, Dorante und die Kammerzofe Lisette sowie Dorantes Diener Arlequin.

Silvia, eine junge Frau aus adligem Hause, soll auf Wunsch ihres Vaters Orgon Dorante heiraten. Allerdings hegt Silvia Zweifel und bittet ihren Vater, Dorante vor der Eheschließung inkognito prüfen zu dürfen. Sie plant, die Rolle ihrer Zofe Lisette anzunehmen. Orgon, amüsiert von dieser Idee, willigt ein.

Was Silvia jedoch nicht weiß, ist, dass Dorante denselben Plan verfolgt. Auch er möchte unerkannt bleiben und tauscht daher mit seinem Diener Arlequin die Identität. Orgon, der nun über die Pläne beider informiert ist, amüsiert sich und beobachtet das Geschehen als Wissender. So nimmt ein turbulentes Verwechslungsspiel seinen Lauf, das von Silvias Bruder Mario, der von seinem Vater eingeweiht wurde, noch zusätzlich befeuert wird.

Es kommt zum ersten Aufeinandertreffen: Silvia, verkleidet als Lisette, und Dorante, verkleidet als Arlequin. Auch die eigentlichen Bediensteten finden sich in den Kleidern ihrer Herrschaft wieder. Lisette und Arlequin fühlen sich sofort zueinander hingezogen und spielen ihre Rollen mit Bravour. Am Ende gestehen sie einander, dass sie lediglich Dienstboten sind.

Auch Silvia und Dorante verlieben sich in ihren jeweiligen Rollen ineinander. Doch der vermeintliche Standesunterschied steht ihrer Liebe im Weg. Sie glauben, dass der jeweils andere nicht adelig ist. Dorante erkennt, dass sich Arlequin und die vermeintliche Silvia gut verstehen. Um eine Heirat zwischen seinem Diener und der vermeintlichen Herrin des Hauses zu verhindern, beendet er das Spiel und gesteht, wer er wirklich ist. Silvia jedoch spielt weiter und beobachtet Dorantes Reaktion genau. Sie will ihn prüfen und herausfinden, ob er bereit wäre, sie auch als Zofe zu heiraten. Als Dorante seine Liebe gesteht und seine Bereitschaft zur Heirat trotz des Standesunterschieds erklärt, ist Silvia überzeugt. Sie gibt sich zu erkennen, und einem glücklichen Ende steht nichts mehr im Wege.

Pierre Carlet de Marivaux (1688-1763) war ein bedeutender französischer Schriftsteller, der vor allem für seine Romane und Theaterstücke bekannt ist. Er gilt als wichtiger Vertreter der Frühaufklärung und des Rokoko.

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